Mitgliedersammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V.

Am 8.5.2026 fand in der Alten Reithalle in Soltau die Mitgliederversammlung der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. (LJN) statt. Zahlreiche Gäste aus Politik und seitens befreundeter Verbände folgten der Einladung. Im besonderen Fokus der Jagd- und verbandspolitischen Ausführungen von LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke standen neben den aktuellen Entwicklungen um die Novelle des Niedersächsischen Jagdgesetzes auch zwei Wildarten: das Rotwild und das Birkwild:

„Es ist fünf vor zwölf“, so Dammann-Tamke mit Blick auf die beiden Charakterarten der Lüneburger Heide: „So unterschiedlich Rotwild und Birkwild auch sind, es eint sie, dass wir im Umgang mit ihnen vor großen Herausforderungen stehen.“ Noch sei es aber für beide Arten nicht zu spät – ein Umdenken aber dringend notwendig. Während die Ausgangslage in Niedersachsen beim Rotwild glücklicherweise noch nicht existenzbedrohend sei, sähe dies beim Birkwild anders aus und hier habe das Land eine besondere Verantwortung. Die Lüneburger Heide beherberge das letzte autochthone Vorkommen im mitteleuropäischen Tiefland:

„Beim Birkwild geht es insbesondere um die Intensivierung der Beutegreiferbejagung. Hier müssen alle beteiligten Partner Farbe bekennen: Wollen wir das Birkwild hier erhalten geht das nur über ein intensives und flächendeckendes Prädatorenmanagement.“ Lücken dürfe es weder in privaten Revieren noch in denen der öffentlichen Hand geben.

Beim Rotwild lägen die Herausforderungen an anderer Stelle: „Klar ist, wir müssen auch in Niedersachsen den genetischen Austausch sicherstellen. Dazu brauchen wir mehr Grünbrücken oder andere für das Rotwild geeignete Querungshilfen.“ Hinzukommen müsse eine deutlich stärkere Berücksichtigung der Wildökologischen Raumplanung und hier speziell der Bedürfnisse der Wildtiere. Beides seien nicht zuletzt auch Ergebnisse des 1. Wildtierforums Niedersachsen gewesen, das die Landesjägerschaft Mitte April unter dem Motto „Rotwild – Situation, Chancen und Herausforderungen“ ausgerichtet hatte.

Neben diesen beiden Wildarten ging der Verbandspräsident auch ausführlich auf die geplante Novellierung des Niedersächsischen Jagdgesetzes ein: „Der nun vorliegende Gesetzentwurf der Landesregierung zeigt eines ganz deutlich: Unsere verbandliche Arbeit und die Großdemonstration am 30. Januar 2025 mit 20.000 Teilnehmern hat sehr deutliche Wirkung gezeigt!“, so Dammann-Tamke. Zwar gebe es nach wie vor Punkte in dem Entwurf, die weder wildbiogisch noch jagdfachlich nachvollziehbar seien und die der Verband im Rahmen einer kommenden Expertenanhörung nochmal in aller Deutlichkeit darstellen werde, im Vergleich zu den ursprünglich geplanten Änderungen habe man allerdings viel erreicht. Insbesondere das der Gesetzentwurf kein Verbot oder Einschränkungen bei der Jagdhundeausbildung vorsehe, sei ein großer Erfolg. Sehr genau werde der Verband aber die im Gesetzentwurf angekündigten Verordnungen im Auge behalten – Einschränkungen über den Verordnungswege dürfe es auch beim Thema Jagdhundeausbildung nicht geben.   

Zu den geplanten Regelungen den Wolf betreffend, fasste Dammann-Tamke die Kritik des Verbandes prägnant zusammen: „Wir erwarten schlicht, dass sich die Landeregierung an ihre selbst gegebene Zusage hält, die Möglichkeiten, die das Bundesjagdgesetz bietet, vollumfänglich umzusetzen.“ Dies sei bislang so noch nicht zu erkennen, hier erwarte die Landesjägerschaft dringend noch Nachbesserungen.       

Auch innerverbandliche Themen, wie die geplante Einführung einer neuen Mitgliederverwaltung, der neue Verbandsbericht sowie die Auszeichnung verdienter Funktionsträger mit der LJN-Verdienstnadel in Gold – der höchsten Auszeichnung, die die Landesjägerschaft Niedersachsen zu vergeben hat –  standen auf der Tagesordnung. Der diesjährige Gastvortrag von Christine Fischer widmete sich einem anderen wichtigen und aktuellen Thema: Die Darstellung der Jagd in den Sozialen Medien – wo liegen Chancen, wo die Risiken.

Am Nachmittag standen noch die verbandsinternen Regularien auf dem Programm.

Erhielten mit dem LJN-Verdienstabzeichen in Gold die höchste Auszeichnung des Verbandes v.l.: Dr. Hermann Gerken (JS Zeven), Paul-Eric Stolle (JS Hannover-Land), Hans-Christoph Cohrs (JS Lüneburg) und Otto Thiele (JS Burgdorf)
mit LJN-Präsident Helmut Dammann-Tamke.

Der Beitrag verfällt um 15:08 am 02.12.26.

Neue EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen geplant

Neue EU-Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen geplant

6. Mai 2026 (DJV) Berlin

Missbräuchliche und grausame Praktiken sollen bekämpft werden. Eingriffe zugunsten der Gesundheit wie das Kupieren bleiben erhalten, was der DJV begrüßt. Neue Standards für die Hundezucht können Jäger betreffen.

Das Europäische Parlament hat mit großer Mehrheit einer Verordnung zum Schutz von Hunden und Katzen zugestimmt. Hauptziel: illegale, missbräuchliche und grausame Praktiken zu bekämpfen – vor allem in der kommerziellen Zucht. Weiterhin erlaubt: Medizinische Eingriffe, die den Gesundheitszustand von Hunden oder Katzen erhalten, verbessern oder Verletzungen vorbeugen – also auch das Kupieren von Jagdhunden. Zudem soll es künftig eine generelle Registrierungspflicht für alle Hunde und Katzen geben. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt beide Entscheidungen und kritisiert gleichzeitig, dass die EU mit diesen weitreichenden Regelungen für den Tierschutz in die Zuständigkeiten der Mitgliedstaaten eingreift. Im Vorfeld hat sich der DJV gemeinsam mit dem europäischen Dachverband FACE für den Erhalt des Kupierens bei Jagdhunden und die Interessen privater Hundehalter eingesetzt.

Chip-Pflicht für alle Hunde und Katzen

Einher gehen soll die geplante Registrierung unter anderem mit einer generellen Chip-Pflicht für alle Hunde und Katzen. Tierheime, Verkäufer und Züchter müssen die Pflicht innerhalb von vier Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung umsetzen. Alle anderen Tierhalter haben 10 Jahre Zeit für Hunde und 15 Jahre für Katzen. Verbunden ist die Chip-Pflicht mit dem Aufbau einer nationalen Datenbank innerhalb von zwei Jahren. Nach dem Europäischen Parlament muss noch der EU-Rat zustimmen, bevor die Verordnung in Kraft tritt. Damit ist in den nächsten Monaten zu rechnen. Erst danach beginnen die Übergangsfristen. Die Verordnung gilt schließlich unmittelbar für alle EU-Länder.

Neue Regelungen für kommerzielle Hundezucht geplant

Die geplanten Detailregelungen für das Inverkehrbringen von Tieren sind vor allem für Züchter wichtig. Sie können Jägerinnen und Jäger betreffen, die in der kommerziellen Hundezucht tätig sind. Es soll beispielsweise Mindeststandards für den Tierschutz geben, ebenso Vorgaben für Raumtemperatur und Lichtverhältnisse. Weniger strenge Anforderungen sollen für Kleinzüchter mit bis zu zwei Würfen pro Kalenderjahr gelten.

Der Beitrag verfällt um 15:04 am 02.12.26.

1. Wildtierforum Niedersachsen 2026

Rotwild – Situation, Chancen und Herausforderungen

Am 18. April veranstaltete die Landesjägerschaft ihr 1. Wildtierforum Niedersachsen in Hannover – die Resonanz war hervorragend: Über 150 Gäste aus Jagd, Forst, Wissenschaft und Naturschutz kamen im Karriere-Campus in Hannover-Lahe zusammen, um über die aktuellen Herausforderungen beim Rotwild zu diskutieren. Parallel nutzten zahlreiche Interessierte die Möglichkeit, die Veranstaltung im Livestream zu verfolgen. Das Wildtierforum Niedersachsen fand in diesem Jahr erstmalig statt und soll zukünftig regelmäßig zu ausgesuchten wildbiologischen oder wildökologischen Fachthemen wiederkehren. Der Stellvertretende LJN-Präsident Ernst-Dieter Meinecke zeigte sich in seiner Begrüßung hoch erfreut über die große Resonanz auf dieses neue Veranstaltungsformat: „Mit unserer Themenwahl haben wir ganz offensichtlich den richtigen Nerv getroffen. Das freut uns sehr, denn das hat diese faszinierende Wildart verdient“, so Meinecke. Ausdrücklich dankte er in diesem Zusammenhang der Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Frauke Patzke, für die Unterstützung ihres Hauses bei diesem wichtigen Thema – nicht zuletzt wurde auch die Veranstaltung selbst mit Mitteln aus der Jagdabgabe gefördert. In ihrem Grußwort lobte Staatssekretärin Patzke das große Engagement u.a. der Jägerinnen und Jäger in Niedersachsen für die heimischen Wildtiere, deren Lebensräume und die damit verbundenen Nutzungskonflikte – nicht nur, aber eben auch in Sachen Rotwild. Diese Wildart verdiene angesichts der vielen Herausforderungen auch vor dem Hintergrund eines komplexen Wildtiermanagements besondere Aufmerksamkeit – die Veranstaltung der Landesjägerschaft sei dazu ein sehr wichtiger Beitrag.

Die Veranstaltung stand in diesem Jahr ganz unter dem Motto:  „Rotwild – Situation, Chancen und Herausforderungen“ 
(Download Tagungsprogramm)

Der Rothirsch steht dabei in Niedersachsen wie kaum eine andere Wildart sinnbildlich für die aktuellen Herausforderungen des Wildtiermanagements: Lebensraumzerschneidung, zunehmende Nutzungsansprüche an Landschaften, Isolation einzelner Vorkommen auf der einen sowie unterschiedliche Erwartungen an Jagd, Naturschutz und Landnutzung auf der anderen Seite machen deutlich: Die Zukunft des Rotwildes entscheidet sich heute.

Die Landesjägerschaft unterstreicht mit diesem neuen Veranstaltungsformat ihre Rolle als kompetenter Ansprechpartner für wildbiologische Fragen, als Brückenbauer zwischen Interessengruppen und als aktiver Gestalter eines modernen, wissenschaftlich fundierten Wildtiermanagements. Das Wildtierforum Niedersachsen soll jagdliche Praxis, Forschung und Naturschutz konstruktiv miteinander verknüpfen.

Sie können die gesamte Veranstaltung hier nochmal schauen: https://www.youtube.com/watch?v=1actdZhHqaA

Einzelvorträge zum Download:

1. Rotwild in Niedersachsen – Reinhild Gräber

2. Rotwild unter anthropogenem Einfluss – Gerald Reiner

3. Rotwild unter anthropogenem Einfluss Teil 2 – Niko Balkenhol

4. Wildökologische Raumplanung – Florian Kunz

5. Vernetzung von Rotwildvorkommen – Marcus Meißner

6. Rotwild in Hegegemeinschaften – Peter Pabel

Der Beitrag verfällt um 14:57 am 02.12.26.

LJN Verbandsbericht 2025

Der Verbandsbericht der Landesjägerschaft Niedersachsen informiert über die Aktivitäten und Arbeitsfelder der LJN im zurückliegenden Jahr 2025

Was bewegt die Landesjägerschaft Niedersachsen? Welche Spuren hinterlässt die Arbeit des Verbandes im Naturschutz, in der Gesellschaft – und für die Zukunft der Jagd?

Der Verbandsbericht der Landesjägerschaft Niedersachen e.V. zeigt, was die LJN im zurückliegenden Jahr 2025 bewegt hat. Er bietet eine Überblicksdarstellung über die Aktivitäten und Arbeitsfelder, um die Vielfalt der Verbandsarbeit abbilden und ist damit auch ein Beleg der Leidenschaft für Jagd und Naturschutz. Denn so vielfältig wie die Jagd, so vielfältig sind auch die Aufgabenbereiche des Verbandes. Sei es der Bereich des Jagdwesens mit dem Jagdlichen Schießen, dem Jagdhornblasen und den Jagdhunden, unsere Monitoringprogramme mit der Wildtiererfassung Niedersachsen und dem Wolfsmonitoring, die Öffentlichkeitsarbeit nach innen und nach außen, der Bereich Aus- und Weiterbildung oder der große Bereich Naturschutz.

In diesem Sinne wünschen wir viel Freude beim Lesen!

LJN-Verbandsbericht 2025

Der Beitrag verfällt um 14:51 am 02.12.26.

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