Wildbeobachtung für Kinder mit Jägern der Jägerschaft Lüneburg

Was 2002 mit einer Idee von Frank Corleis in der Gemeindejagd Neetze begann, ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Umweltbildung in der Jägerschaft Lüneburg geworden: Seit fast 25 Jahren begleiten Jägerinnen und Jäger Grundschulkinder hinaus ins Revier und ermöglichen ihnen einen ganz besonderen Einblick in die heimische Tierwelt und die Aufgaben der Jagd.

Vom Umweltbildungszentrum SCHUBZ werden die Schulklassen vorab auf den Abend vorbereitet. Über die Jahre haben so bereits mehr als 2.500 Kinder aus über 150 Schulklassen Wildtiere nicht nur aus Büchern kennengelernt, sondern sind ihnen draußen im Revier begegnet. Viele engagierte Jägerinnen und Jäger – darunter z.B. Ulrike Kruse, Joachim Münchow, Jörg Bauermeister und Alexandra Stolz – haben die Abende als Übungsleitende des SCHUBZ pädagogisch begleitet. Besonders die Hegeringe Embsen-Betzendorf, Kirchgellersen und Reinstorf-Lüneburg haben sich über viele Jahre eingebracht, Hochsitze organisiert und die Abende gemeinsam mit den Jägerinnen und Jägern vor Ort möglich gemacht.

Neue Gesichter, frischer Elan

2026 gab es einen kleinen Generationswechsel: Nach einer pädagogischen Schulung im SCHUBZ übernahmen Kristin Reimann und Almut Blecken erstmals die Moderation der Wildbeobachtungsabende. Gemeinsam mit dem SCHUBZ und den Hegeringen Embsen-Betzendorf und Elbmarsch Ost führten sie sechs Ansitzabende mit rund 100 Kindern aus den Grundschulen Lüne, Kirchgellersen, Melbeck und Betzendorf durch.

Dabei waren die Kinder von Anfang an aktiv dabei. In einem kleinen „Jäger-Forscherlager“ aus Ästen, bei Tierstimmenrätseln, mit selbst erstellten Steckbriefen und auf einem „Jäger-Pirschweg“ konnten die Dritt- und Viertklässler ihr Wissen spielerisch entdecken und erweitern. Um die Jägerinnen und Jäger besser Kennenzulernen wurde beim Ratespiel „Klein gegen Groß“ das Wissen über unsere heimischen Wildtiere auf die Probe gestellt. Die Kinder konnten dabei mit erstaunlich viel Fachwissen punkten – nicht zuletzt dank der guten Vorbereitung in der Schule. Zum Schluss war auch noch Zeit um alle Fragen loszuwerden, die man einem Jäger schon immer mal stellen wollte.

Anschließend ging es dann endlich hinaus auf den Hochsitz: Jeweils zwei Kinder begleiteten eine Jägerin oder einen Jäger für rund zwei Stunden ins Revier. Dank der großartigen Unterstützung der Hegeringe waren dabei an jedem Abend bis zu zehn Jägerinnen und Jäger im Einsatz.

Vom Hochsitz ans Lagerfeuer

Und natürlich gehört zu einem solchen Abend noch mehr als Wildbeobachtung: Nach dem Ansitz warteten Bratwurst und Getränke, bevor der Abend am Lagerfeuer mit einer gemeinsamen Erzählrunde ausklang.

Dabei wurde schnell deutlich: Naturerlebnisse müssen nicht spektakulär sein, um Kinder zu begeistern. „Ich habe tausend Mücken gesehen, einen Specht und eine Maus gehört“ konnte genauso aufregend sein wie die Beobachtung einer Bache mit ihren Frischlingen oder eines Rehbocks. Es sind genau diese persönlichen Erlebnisse, die Kindern einen bleibenden Zugang zu Natur, Wildtieren und Jagd ermöglichen.

Ausblick

Auch 2027 soll dieses besondere Angebot weiter wachsen. Hegeringe, die Interesse haben, einen Wildbeobachtungsabend für eine Grundschule in ihrer Region anzubieten, können sich bei Frank Corleis melden. Das SCHUBZ übernimmt die Organisation der Schulklassen, die rechtliche Absicherung und die pädagogische Vorbereitung.

Auch weitere Jägerinnen und Jäger, die Lust haben, sich in der Umweltbildung und im Lernort Natur zu engagieren, sind herzlich willkommen. Unser Ziel ist es, ein Team von 5 bis 10 engagierten Jägerinnen und Jägern aufzubauen, die Freude daran haben, Kindern Natur, Wildtiere und Jagd näherzubringen.

Wenn sich genügend Interessierte finden, soll im Februar oder März 2027 im SCHUBZ Lüneburg eine 1,5-tägige Schulung „ErlebnisNatur kompakt“ mit Zertifikat für die Jägerschaften Lüneburg und Uelzen stattfinden. Neben pädagogischem Grundwissen geht es dabei vor allem um praktische Tipps, den Umgang mit Schulklassen und viele eigene Übungen.

Denn manchmal braucht es nur einen Hochsitz, ein bisschen Geduld und einen neugierigen Blick – und schon wird das Revier zum Klassenzimmer.

Bei Interesse und für weitere Infos meldet euch gerne bei Dr. Frank Corleis 2.vorsitzender@jaegerschaft-lueneburg.de

Der Beitrag verfällt um 19:28 am 16.02.27.

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