Die LJN bittet in Kooperation mit den Universitäten Gießen, Göttingen und der TiHo Hannover um die Abgabe von Rotwildproben, insbesondere aus dem Landkreis Lüneburg.
Worum geht es?
Forschungsarbeiten in Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein der vergangenen Jahre belegen einen engen Zusammenhang zwischen der zunehmenden Fragmentierung der Lebensräume, der Isolation von Rotwildvorkommen und dem Auftreten von Inzucht. Der Verlust genetischer Vielfalt in isolierten Populationen gefährdet die Anpassungsfähigkeit und langfristige Überlebensfähigkeit des Rotwildes.
Vergleichbare Untersuchungen laufen inzwischen auch in weiteren Bundesländern. Um die genetische Situation des Rotwildes umfassend bewerten zu können, werden diese Untersuchungen nun auf Niedersachsen ausgeweitet. Dabei kommen sowohl bereits etablierte genetische Marker und Methoden zum Einsatz, um die Vergleichbarkeit mit den Datensätzen anderer Bundesländer sicherzustellen, als auch neue Verfahren, die noch detailliertere Einblicke in die genetische Struktur der niedersächsischen Rotwildpopulationen ermöglichen.
Hierfür fehlen noch rund 1.000 Proben – insbesondere aus dem Landkreis Lüneburg und den Nachbarlandkreisen
Ziele des Projekts?
- Erhebung der aktuellen genetischen Vielfalt innerhalb der niedersächsischen Rotwildpopulationen.
- Quantifizierung des Genflusses zwischen den Rotwildpopulationen in Niedersachsen und den angrenzenden Regionen, um den aktuellen genetischen Austausch zu erfassen und darzustellen.
- Identifikation von Barrieren und prioritären Wildtierkorridoren. Durch die Analyse des Genflusses können Landschaftsstrukturen erkannt werden, die den genetischen Austausch behindern. Gleichzeitig lassen sich wichtige Wanderkorridore identifizieren und bewerten.
Was ist zu tun?
Entnehmt bei erlegten Stücken ein etwa 2 × 2 × 2 cm großes Stück Gewebe, bspw. aus der Zunge. Alternativ eignen sich auch Muskulatur, Lunge oder Milz. Gebt die Probe in einen Gefrierbeutel (nur eine Probe pro Beutel). Diesen gut leserlich und wischfest mindestens mit Datum und Erlegeort beschriften. Anschließend sollte die Probe eingefroren werden. Meldet die Probenahme per Mail an info@jaegerschaft-lueneburg.de, sodass wir eine gesammelte Abgabe aller Proben veranlassen können.
Weiterführende Informationen:
Begleitscheine und Infoblätter findet ihr im Downloadbereich der Homepage oder unter diesem Link: https://www.wildtiermanagement.com/wildtiere/haarwild/rotwild/rotwildgenetik
Die Ergebnisse der Studie werden nach Abschluss des Projekts veröffentlicht. Auf Wunsch können die Resultate zudem in Rotwildhegegemeinschaften oder Jägerschaften durch die beteiligten Wissenschaftler vorgestellt werden.
Das Projekt wird von der Landesjägerschaft Niedersachsen unterstützt und durch Jagdabgabemittel des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.
Der Beitrag verfällt um 19:48 am 16.02.27.
