Tularämie in Norddeutschland

Übersichtskarte

Auch in Niedersachsen sind Fälle der Tularämie eingegangen. Auf der Karte sind die gemeldeten 8 Fälle der letzten 365 Tage eingezeichnet. Sicherlich ist diese Angabe lückenhaft, da nicht jeder Jäger einen auffälligen oder verendeten Hasen zur Untersuchung bringt.

Auf der Karte ist zu sehen, das zumindest auch die südliche Lüneburger Heide betroffen ist.

Eine entsprechende Vorsicht im Umgang mit Feldhasen ist aufgrund des hohen zoonotischen Potentials anzuraten. Feldhasen, Wildkaninchen und andere Nager mit Veränderungen sollten unbedingt dem Veterinäramt zur (kostenfreien) Untersuchung übergeben werden.

Tularämie ist auf den Menschen übertragbar, hingegen scheinen die Haushunde gegenüber dem Erreger weitgehend resistent zu sein. In seltenen Fällen kann es zu einem Krankheitsausbruch mit Fieber, Leber-, Milz-, und Lymphknotenschwellungen, Gelbsucht , Schnupfen kommen.

Weisen Sie Spaziergänger, gerade auf den Hinblick der Brut- und Setzzeit, in Ihren Revieren stets auf die Krankheit hin.

Kurz & knapp “Tularämie”:
– häufig tödlich verlaufende ansteckende Erkrankung
– frei lebenden Nagetieren und Hasenartigen
– ausgelöst durch das Bakterium Francisella tularensis
– Kann auf den Menschen übertragen werden
– meldepflichtige Tierkrankheit
– Beschwerdebild ähnelt dem der Pest auch Hasenpest genannt

Übertagungsmöglichkeiten:
– direkter oder indirekter Kontakt mit infektiösen Nagetieren
– indirekt über blutsaugende Endoparasiten
– durch das Einatmen erregerhaltigen Staubes, es reichen nur wenige Bakterien für eine Infektion
– durch Verzehr von ungenügend erhitztem erregerhaltigem Fleisch

Krankheitsverlauf bei Tieren:
– Nach Übertragung kommt es nach zwei bis drei Tagen zu einer systemischen Infektion
– Schwäche, Apathie, ausbleibendes Fluch verhalten, Fieber, gesteigerte Atemfrequenz
– Lymphknoten und Milz sind vergrößert
– innerhalb von vier bis dreizehn Tagen sind die meisten Tiere verendet

Tularämie beim Menschen:
– Verlauf ist meistens schwer und häufig lebensbedrohlich
– Symptome sind vielfältig, je nach Infektionsweg
– Entscheidender Hinweis für die Verdachtsdiagnose, ist die Angabe des Tierkontaktes
– Inkubationszeit zwischen einem und zehn Tagen