Jungjägerprüfung 2016

Immer mehr Mitbürger möchten die Jägerprüfung absolvieren

Frauen haben die Jagd entdeckt

Niedersachsen  ist das zweitgrößte Flächenland Deutschlands, aber Jägerland Nummer Eins, denn in Niedersachsen ist jeder 130. Einwohner ein Jäger. Diese lösen bei der Jagdbehörde jedes Jahr etwa 60.000 Jagdscheine. Immer mehr, vom Schüler bis zum Professor,  melden sich zur Jägerprüfung an, wobei der Anteil der Frauen stetig zunimmt. Im letzten Jahr stellten sie fast die Hälfte der Prüflinge. Begünstigt durch die  landwirtschaftliche Struktur, 60 Prozent der Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt, fast 25 Prozent ist mit Wald bestückt, ist das Land  Niedersachsen auch ein wildreiches Gebiet. Außer den alpinen Arten sind alle Wildarten hier heimisch – optimale Voraussetzungen für die Jagd.

 

Wer in Deutschland die Jagd ausüben möchte, muss einen gültigen Jagdschein besitzen. Diesen stellt die Jagdbehörde nur aus, wenn man das Prüfungszeugnis der bestandenen Jägerprüfung vorlegen kann.

Mit der Jägerprüfung hat der Gesetzgeber eine hohe Hürde vorgegeben und verlangt von den Absolventen ein fundiertes Wissen aus allen Bereichen der Jagd, an der bundesweit 25 Prozent der Prüflinge scheitern.

Die Jägerschaft Lüneburg und die Jagdschulen bieten daher ein Vorbereitungsseminar zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung an. 24 Teilnehmer, davon vier Frauen und sechs Jugendliche, haben das Angebot der Jägerschaft Lüneburg angenommen und an einem Vorbereitungsseminar unter der Leitung von Gerhard Zander angenommen und hatten sich nach achtmonatigem „Büffeln“ zur Jägerprüfung beim Landkreis Lüneburg angemeldet. Der Kreisjägermeister Hans Christoph Cohrs führte die Jägerprüfung mit einer Prüfungskommission im Auftrag des Landkreises durch. An drei Tagen mussten die Kandidaten ihr jagdliches Wissen unter Beweis stellen. An einem Tag das jagdliche Schießen mit der Büchse und Flinte. Bei der Schießprüfung erreichten drei der Kandidaten die erforderliche Trefferzahl nicht, mit einem Nachschießen können sie noch einmal ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen. Am zweiten Prüfungstag wurde das jagdliche Wissen mit 100 Fragen aus den Fachgebieten Wildtierkunde, Jagdwaffen und Fanggeräte, Naturschutz, Hege und Jagdbetrieb, Behandlung des erlegten Wildes, Wildkrankheiten, Jagdhunde, jagdliches Brauchtum und Jagdrecht und verwandtes Recht. Geprüft wurde nach dem Multiple-Choice-Verfahren.

Der dritte Tag hatte es sprichwörtlich „in sich“ – die mündliche und praktische Prüfung erfolgte im Revier und beinhaltete alle jagdlichen Themen. Bei  einem sicherheitsrelevanten Fehler im Umgang mit einer Jagdwaffe platzte der Wunsch des Jagdscheines. Bei einem gemeinsamen Essen erhielten die erfolgreichen Teilnehmer das Prüfungszeugnis vom Kreisjägermeister und einen Jägerbrief vom Vorsitzenden der Jägerschaft Lüneburg, Torsten Broder. Das beste Prüfungsergebnis erzielte Holger Ramisch aus Lüneburg, er erhielt eine Jagdeinladung der Landesforst Göhrde. Bester Jugendlicher: Mathis Petersen aus Eichdorf  und beste weibliche Teilnehmerin Stefanie Pump freuen sich über ein Buchpräsent von Gert G. von Harling. Vier Prüflinge schafften die Hürde nicht.

Für das nächste Vorbereitungsseminar, das am Montag, 29. August beginnt, kann man sich noch bis zum 15. Juli anmelden: Info und Anmeldung Tel. 04131 62900. Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.