Hegering Reinstorf-Lüneburg – Lernort Natur 2008

von Oskar Lüning

Einen Tag lang verlegten die Schüler der Klasse sieben der Hauptschule Kaltenmoor ihren Unterricht aus ihren Klassenraum in den landschaftlich reizvollen Stadtwald Tiergarten.

Eingeladen hatte der Hegering Reinstorf-Lüneburg. Trotz unmittelbarer Nähe zu ihrer Schule erkannten die Schüler sehr schnell, welches Juwel sie bisher nicht gekannt hatten. Aufmerksam verfolgten die Kinder den Erklärungen von Siegfried Scheibel, wie dieser Stadtwald durch die Nutzung als Viehweide ab dem 15. Jahrhundert durch die Lüneburger Bürger zu seinem Namen kam. Heute ist der Wald nicht nur Holzproduzent, sondern spielt auch bei der Naherholung, Wasserwirtschaft und Artenvielfalt eine große Rolle.

Schulleiterin Antje Rothe und Klassenlehrer Heiko Rößler hatten ihre Schüler im Biologieunterricht gut vorbereitet und konnten die meisten Bäume bestimmen. Enttäuscht mussten sie jedoch feststellen, dass die „Tannenbäume“ gar keine sind, sondern Fichten. „Nicht nur Nährstoffe, auch das Licht spielt beim Wachstum der Büsche und Bäume eine große Rolle“, erklärte Scheibel. Schnell erkannten die Schüler, dass Waldblumen nur wachsen können, wo durch ein Loch im Kronendach ausreichend Licht und Wärme auf den Waldboden gelangen kann. Großes Staunen, nachdem die Schüler mit Hilfe ihrer mitgebrachten Becherlupen umgestürzte Bäume untersuchten. Eine Vielzahl Käfer, Larven und Spinnen leben in dem vermoderten Baumstamm. „Das Totholz steckt ja voller Leben“, so die Schüler. Höhepunkt der Exkursion war jedoch die Entdeckung eines Feuersalamanders, eine seltene Lurche, die auf der Roten Liste steht.

Hegeringleiter Jürgen Burmester und Günter Wolter erklärten den Schülern, dass der Tiergarten trotz der vielen Erholungssuchenden ein wildreiches Gebiet ist. Ein Grund dafür,
dass die wildlebenden Tiere selten in Anblick kommen. „Damit dieser schöne Wald erhalten bleibt, ist eine Bejagung des Wildes, insbesondere das Rehwildes, erforderlich. Eine große Rehpopulation würde jede Naturverjüngung verbeißen“, begründete
Revierpächter Günter Wolter.

Mitgebrachte Präparate vermittelten den Schüler einen Eindruck der Artenvielfalt in einem
gesunden Wald.

Bei Jagdhornklängen und einem kleinen Snack waren sich die Schüler einig: „Unterricht in der Natur ist spannend.“