Erstmaliger Befund von Antikörpern der Aujeszkyschen Krankheit bei Wildschweinen im Landkreis Lüneburg

Der Landkreis Lüneburg hat gestern (16.12.2021) folgende Pressemitteilung veröffentlicht: 

Im Rahmen des sogenannten Wildschwein-Monitorings wurden bei einer routinemäßigen Untersuchung einer Wildschweinblutprobe aus dem Raum Bleckede erstmals Antikörper gegen das Virus der Aujeszkyschen Krankheit (AK) durch das Veterinärinstitut des LAVES in Hannover am 12.11.2021 amtlich nachgewiesen. Das Vorkommen der Erkrankung stellt eine potenzielle Bedrohung für die Hausschweinebestände und Haustiere, besonders Hunde, dar.

Das Veterinäramt des Landkreises Lüneburg fordert daher alle Schweinehalter und -halterinnen verstärkt auf, die bekannten Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Bestände stets strikt einzuhalten. Schweinehalter, insbesondere, wenn sie auch Jäger sind, tragen eine besondere Verantwortung, ihre Hausschweinebestände vor einer Seucheneinschleppung zu schützen.

Jägern wird dringend empfohlen, keinen Aufbruch von Wildschweinen an Hunde zu verfüttern und auch Spaziergänger sollten darauf achten, dass Hunde nicht an ein totes Wildschwein herangehen. Es ist zu beachten, dass das Virus eine hohe Überlebensfähigkeit aufweist und auch durch Fleischreifung und beim Gefrieren nicht abgetötet wird. Infizieren sich Hunde (oder Katzen) mit dem Aujeszky-Virus, so verläuft die Erkrankung immer tödlich. Eine Möglichkeit der Behandlung oder Impfung gibt es nicht.

Der Antikörperbefund zeigt, dass das Wildschwein in der Vergangenheit Kontakt mit dem nach dem ungarischen Tierarzt Aladár Aujeszky benannten Virus hatte. Die AK ist eine weltweit verbreitete, virusbedingte und hochansteckende Allgemeinerkrankung vieler Säugetierarten, wobei das Schwein der Hauptwirt ist. Wildschweine können sich ebenfalls infizieren. Nur Primaten und Pferdeartige gelten als resistent. Der Mensch ist nicht betroffen.

In den letzten Jahren wurde diese Schweineerkrankung weder bei Haus- noch bei Wildschweinen im Landkreis Lüneburg nachgewiesen.

Die Feststellung der AK bei Wildschweinen ist weder anzeige- noch meldepflichtig und wird daher aus rechtlicher Sicht nicht als Tierseuchenausbruch bewertet. Im Gegensatz hierzu steht die Feststellung der AK bei Hausschweinen. Ähnliche Befunde bei Wildschweinen wie aktuell im Landkreis Lüneburg wurden in der Vergangenheit bereits in angrenzenden Landkreisen erhoben.

Weitere Informationen sowie ein Merkblatt für Jägerinnen und Jäger zur AK bei Wildschweinen sind zu finden unter www.laves.niedersachsen.de oder unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de.