Erfahrungsbericht Jagdausbildung in der Jägerschaft Lüneburg 2018/2019

von Axel Schmidt

Da ich schon seit Jahren davon erzählte, dass ich irgendwann mal den Jagdschein mache und die Lebenszeit nach hinten nicht länger wird, habe ich mich im Jahr 2018 endlich bei der Jägerschaft Lüneburg für die Ausbildung zum Jäger und zum Erlangen des Jägerbriefes angemeldet. Der Hauptgrund für die Entscheidung für diese Art der Ausbildung war – nach langem Abwägen für oder gegen eine private Schule- , dass die Ausbilder hier praxisnäher und jagdlich stärker orientiert sind, als bei einer Jagdschule. Dies war auch der Tenor bei der Entscheidungsfindung der anderen angehenden „Ausbildungskollegen“.

Die Themenbereiche sind recht umfassend und reichlich, so dass sehr schnell deutlich wurde, dass mit der Einstellung „ich mach dass mal so nebenbei“ man hier nicht sehr weit kommt. Gleich zu Anfang wurde die Ausbildung dadurch ergänzt, dass man an mehreren Drückjagden teilnahm, um dort in der Praxis das jagdliche Geschehen hautnah mit zu erleben, angefangen vom Treiben bis zum Aufbrechen und Versorgen des Wildes. Aber man merkte auch schnell, dass die Jäger untereinander eine eigene Sprache haben, welche man auch noch erlernen durfte. Da wurden aus Beinen gleich Geläufe und aus der Nase der Windfang.

Zum Jahreswechsel 2019 begann dann die Schießausbildung in Garlstorf, welche zeitlich so abgestimmt war, dass man nach dem letzten Übungstermin sofort in die Prüfung ging, Dies ist mit Sicherheit ein großer Vorteil, da man dann bestens vorbereitet ist.

Anschließend kam die theoretische Prüfung, welche insgesamt 100 aus über 3300 möglichen Fragen beinhaltet und über fünf Themenbereiche ging. Hier zahlte sich auch wieder die Entscheidung für die Ausbildung in einer Jägerschaft aus, da sich die längere Ausbildung positiv auf die Vorbereitung auswirkte.

Anschließend erfolgte die mündlich/praktische Prüfung im Revier, wo insbesondere (zu Recht) auch der Umgang mit der Waffe kritisch hinterfragt wurde. Hier war insbesondere zu merken, dass die Prüfer uns „Greenhorns“ nichts Böses wollten und die eine oder andere Antwort dann auch mit einem Lachen quittierten.

Insgesamt war es eine lehrreiche und sehr interessante Ausbildung, die uns eine sehr gute Basis für das jägerische Leben mitgegeben hat.