Bauernverband und Jagdverband fordern zur Wildschweinjagd auf

Anstehende Maisernte soll intensiver genutzt werden!

von Oskar Lüning

Lüneburg. In den letzten Jahren kennt die Wildschweinpopulation in Deutschland und Niedersachsen nur eine Tendenz: Nach oben. Das belegen die letzten Jagdstrecken. Die Afrikanische Schweinepest ist nur noch 300 Kilometer von Deutschland entfernt (LZ berichtete), bedroht im Seuchenfall Haus- und Wildschweine. Da in den nächsten Tagen die Maisernte beginnt, sieht Kreisjägermeister Hans Christoph Cohrs eine gute Möglichkeit, bei dieser „Erntejagd“  neben Einzeljagd bei Mondschein und revierübergreifenden Drückjagden, die Sauenbestände und somit das Seuchenrisiko merklich zu reduzieren. In diese Maisschläge hat sich das Schwarzwild zurückgezogen – hier haben sie Deckung und Nahrung im Überfluss und sind praktisch nicht zu bejagen. Die Erntemethoden haben sich merklich verändert – die Erntemaschinen sind größer und schneller geworden und somit stieg auch die Unfallgefahr. Bundesweit haben sich zum Teil tödliche Unfälle anlässlich einer Erntejagd ereignet. Cohrs empfiehlt daher anlässlich einer Erntejagd zwischen dem Erntegut und der Schützenkette ein etwa 25 Meter breiter Erntekorridor einzuhalten, der nur von Erntefahrzeugen befahren und nicht überschossen werden darf. Nur an den Stellen, wo der Schütze einen sicheren Kugelfang vorfindet, stehen oder sitzen sie ebenerdig. „Ansitzböcke“ bieten einen sicheren Kugelfang. Wenn ein angeschossenes Stück in das noch stehende Erntegut flüchtet, darf weder nachgesucht oder ein Hund geschnallt werden. Nachsuchen sind nur nach Beendigung der Jagd durchzuführen. Liegt der Ernteschlag an einer öffentlichen Straße oder Weg, ist auf die Jagdausübung mit Warnschildern zu warnen. „Die Ernte hat auch mit der Beteiligung der Jäger absoluten Vorrang. Jäger nutzen die Gelegenheit, Sauen, die das schützende Erntegut verlassen, zu erlegen – sind aber nur Gäste bei der Ernte.“erklärt der Kreisjägermeister ausdrücklich. „Wenn sich alle Jäger umsichtig verhalten, die Arbeit der Ernte nicht beeinträchtigen und die Sicherheitsbestimmungen beachten, sind Erntejagden auch erfolgreich.“ betont der Kreisjägermeister. Weiterhin sind alle Landwirte und Jäger aufgefordert, alle ungeklärten Todesfälle bei Wildschweinen unverzüglich dem Kreisveterinäramt zu melden. Ein Seuchenfall wäre für Wildschweine und Schweinehalter.