ASP – warum JETZT die Beprobung von Fallwild so wichtig ist

Dass die afrikanische Schweinepest (ASP) Deutschland erreichen wird, gilt mittlerweile als sicher. Die Frage ist nur: wann wird sie das tun und wie lange wird sie bleiben? Während sich das “Wann?” größtenteils unserer Einflussnahme entzieht, kann jeder Einzelne von uns das “Wie lange?” ganz entscheidend beeinflussen!

Das Veterinäramt Lüneburg weist darauf hin, dass die Möglichkeiten der Eindämmung und letztlich der Zurückdrängung der ASP davon abhängen, wie schnell der Ausbruch erkannt wird: Werden bereits die ersten an der ASP verendeten Sauen zeitnah gefunden und die ASP erkannt? Oder wird erst Tage oder sogar Wochen später die Diagnose gestellt, so dass die Seuche sich bereits großflächig ausbreiten konnte?

Der Unterschied zwischen diesen beiden Szenarien wird an den Beispielen Sardinien und Tschechien sehr deutlich. Sardinien hatte es damals nicht geschafft, den Ausbruch der Seuche zeitnah zu erkennen und muss nun bereits seit Jahrzehnten mit der ASP leben. Tschechien dagegen hat bereits VOR dem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest auf eine konsequente Beprobung von Fall- und Unfallwild sowie ein konsequentes Monitoring der Ergebnisse gesetzt. Dadurch konnte der Ausbruchsherd schließlich schnell lokalisiert und isoliert werden. Heute gilt Tschechien – nach nur eineinhalb Jahren – offiziell wieder als ASP-frei.

Die Jägerschaft des Landkreises Lüneburg e.V. fordert daher jede einzelne Jägerin und jeden einzelnen Jäger energisch dazu auf, JEDES verunfallte oder verendet aufgefundene Stück Schwarzwild zu beproben und die Proben beim Veterinäramt Lüneburg abzugeben! Das Gleiche gilt für auffällige erlegte Stücke.

Ja, das bedeutet einen Mehraufwand für jeden Einzelnen. Aber mit dieser Maßnahme können wir ganz entscheidend dazu beitragen, die Seuche schnell wieder los zu werden und unsere geliebte Jagd auch weiterhin ausüben zu können. Denn dies sollte allen klar sein: gelingt es nicht, die afrikanische Schweinepest sozusagen im Keim zu ersticken, wird es die Jagd, wie wir sie heute kennen und leben, nicht weiter oder wieder geben. Und erscheint vor diesem Hintergrund der Aufwand durch die Beprobung nicht als ein sehr kleiner Preis?

Natürlich kann auch die konsequente Beprobung nicht garantieren, dass der Seuchenherd schnell gefunden und somit die Eindämmung der ASP ermöglicht wird. Aber die Wahrscheinlichkeit hierfür wird dadurch deutlich größer.

BITTE BEPROBEN SIE IHRE STÜCKE!

Zur Beprobung müssen pro Tier entweder zwei Tupfer oder ein Röhrchen mit Blut entnommen werden! Hintergrund ist, dass ein Tupfer alleine (aufgrund der Materialmenge) oft nicht ausreichend ist, wenn weiterführende Untersuchungen oder Abklärungs-/Bestätigungsuntersuchungen beim FLI (nationales Referenzlabor) erforderlich sind. Sollte die Entnahme von Blut nicht mehr möglich sein, so müssen Milz, Lunge und Lymphknoten entnommen werden. Bei stark verwesten oder skelettierten Stücken kann ein größerer Knochen (Oberschenkel oder Oberarm) entnommen werden.

Kostenlose Probensets mit Einmalhandschuhen, 2 Tupfern, 1 Blutröhrchen, Probenbegleitschein sowie Merkblatt zur Probenentnahme werden in Kürze über die Hegeringleiter verteilt. Darüber hinaus können Probensets jederzeit über das Veterinäramt Lüneburg (Auf dem Michaeliskloster 4, 21335 Lüneburg) bezogen werden.